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Digital Religion(s) II: Selbstoptimierung

Projektbeschreibung 

Dieses vierjährige Forschungsprojekt, angesiedelt im interdisziplinären Universitären Forschungsschwerpunkt (UFSP) «Digital Religion(s)», untersucht, wie Jugendliche und junge Erwachsene dem Phänomen der Selbstoptimierung in ihrem (digitalen) Alltag begegnen. Das Projekt verfolgt einen theoretischen und empirischen Zugang und versteht Selbstoptimierungs-Mindsets als Kontinuum, das von milden, alltagsbezogenen Verbesserungspraktiken bis hin zu intensiveren, religionsähnlichen Formen der Selbstoptimierung reicht. 

Wir konzentrieren uns auf Jugendliche und junge Erwachsene, da sie sich in einer prägenden Lebensphase befinden, die von Unsicherheiten, Übergängen und grundlegenden Fragen nach Identität, Sinn und einem «guten Leben» gekennzeichnet ist. In diesem Entwicklungsprozess begegnen sie einer Vielzahl sozialer und medialer Überzeugungen, Versprechen und Anleitungen dazu, wie man gut leben und wie man sich verbessern sollte. Vor diesem Hintergrund möchte das Projekt neue Einblicke darin gewinnen, wie das Streben nach einem «guten Leben» und die damit verbundenen normativen Erwartungen die emotionalen und motivationalen Erfahrungen und das Wohlbefinden junger Menschen beeinflussen – und ob gemeinsame Reflexion dabei als schützender Faktor dienen kann, der mögliche Belastungen durch Selbstoptimierungsanforderungen in dieser Phase abfedert. 

Projektphasen & Studiendesigns 

Konzeptuelle / Theoretische Phase 
In dieser Phase entwickeln wir ein theoretisch fundiertes Verständnis von Selbstoptimierung und leiten daraus belastbare Messinstrumente für die anschliessenden Umfrage- und Datenspende-Studien ab.  

Empirische Phase 
In der empirischen Phase untersuchen wir mithilfe eines Umfragedesigns die Stärke und Verbreitung von Selbstoptimierungs-Mindsets unter jungen Erwachsenen in der Schweiz, einschliesslich der damit verbundenen emotionalen und motivationalen Reaktionen. Neben der Erhebung der allgemeinen Mindset-Struktur wollen wir feinere zugrunde liegende Prozesse und Mechanismen analysieren. 

Diese Umfragedaten werden über Datenspenden mit der tatsächlichen Mediennutzung der Teilnehmenden verknüpft, wodurch eine automatisierte Inhaltsanalyse ihrer realen digitalen Umgebungen möglich wird. Durch die Kombination subjektiver Selbstauskünfte mit objektiven digitalen Spuren vertieft das Projekt nicht nur das wissenschaftliche Verständnis von Selbstoptimierungsdynamiken, sondern bietet den teilnehmenden Studierenden zugleich aufschlussreiche Einblicke in ihre eigene Mediennutzung und fördert so eine informierte Reflexion.