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Tracking und Austausch von Gesundheitsdaten von Sportlern in sozialen Medien 

Zusammenarbeit: Prof. Dr. Nicole Bender, Leiterin der Gruppe für klinische Evolutionsmedizin, Institut für Evolutionsmedizin 

Projektdaten: Start im August 2025 Datenerhebung bis August 2026 

Hintergrund und Ziele 

Sportler nutzen zunehmend digitale Technologien zur Gesundheitsüberwachung (z. B. für Schlaf, Ernährung, Trainingsbelastung und Herzfrequenz) und teilen diese Daten sowohl auf allgemeinen Social-Media-Plattformen (z. B. Instagram) als auch auf sportspezifischen Plattformen (z. B. Strava). Diese Praktiken verbinden Selbstüberwachung, sozialen Vergleich und leistungsorientierte Selbstdarstellung und können wichtige Auswirkungen auf das Körperbild, das Wohlbefinden und potenziell maladaptive Verhaltensweisen wie zwanghaftes Training oder Essstörungen von Sportlern haben. 

Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist es, die Motive von Sportlern für das Gesundheits-Tracking und die Weitergabe der erfassten Daten in sozialen Medien zu untersuchen, standardisierte Messinstrumente für diese Motive zu entwickeln und ihre langfristigen Auswirkungen auf Verhalten, Körperbild und psychisches Wohlbefinden zu untersuchen. 

Studiendesign 

Das Projekt folgt einem longitudinalen, multimethodischen Design über einen Zeitraum von einem Jahr, das sechs Laborbesuche umfasst. An jedem Messpunkt füllen die Teilnehmer standardisierte Fragebögen zur Nutzung sozialer Medien, zu Gesundheits-Tracking-Praktiken, Motivationsfaktoren und psychologischen Ergebnissen aus. Darüber hinaus werden objektive Bewertungen durchgeführt, darunter 3D-Körperscans und biologische Messungen. Dieses Design ermöglicht die Analyse sowohl von Querschnittsmustern als auch von dynamischen Entwicklungsprozessen im Zeitverlauf. 

Forschungsschwerpunkt 

Welchen Arten und Niveaus von fitnessbezogenen Inhalten sind Sportler in sozialen Medien ausgesetzt und welche teilen sie? 

Welche sportbezogenen Apps und Plattformen sind für Sportler am relevantesten und welche Nutzungsprofile ergeben sich? 

Wie lassen sich die Motive für das Gesundheits-Tracking und das Teilen der erfassten Daten zuverlässig messen und standardisieren? 

Wie lassen sich anhand der Motive für das Tracking und Teilen Veränderungen im Verhalten im Laufe der Zeit vorhersagen und in welchem Zusammenhang stehen diese Verhaltensweisen mit dem Wohlbefinden, dem Körperbild und potenziell zwanghaften Bewegungs-/Essgewohnheiten? 

Methode 

Die Studie verwendet ein einjähriges Längsschnittdesign mit sechs Laborbesuchen. Bei jeder Welle füllen die Sportler standardisierte Fragebögen zu Social-Media-Nutzung, Gesundheits-Tracking, Sharing-Verhalten, Motiven, Wohlbefinden und Körperbild aus. Qualitative Daten werden zur Entwicklung von Motivationsitems verwendet, die dann quantitativ mittels Faktorenanalysen validiert werden. Darüber hinaus werden die Teilnehmer wiederholten 3D-Körperscans und biologischen Messungen unterzogen, wodurch die Integration subjektiver, bildlicher und objektiver Indikatoren für Körperbild und Gesundheit ermöglicht wird